Wartung von Feststellanlagen

Wartung von Feststellanlagen

Brandschutztüren und Rauchschutztüren sind selbstschließende Feuerschutzabschlüsse die im Brandfall eine Übertragung von Feuer und Rauch in angrenzende Bereiche verhindern. Betriebsbedingt können selbstschließende Brandschutztüren, Rauchschutztüren als störend empfunden werden. Um den Betriebsablauf nicht zu beeinträchtigen ist eine Montage von Feststellanlagen zulässig.

Die Montage, der Betrieb und die Wartung von Feststellanlagen ist in Allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen (Verwendbarkeitsnachweisen) des deutschen Instituts für Bautechnik Berlin (DIBt-Berlin) geregelt. Seit März 2011 ergänzt die DIN 14677 die Vorgaben des DIBt-Berlin für den Betrieb und die Wartung von Feststellanlagen.

Aufbau einer Feststellanlage

Eine Feststellanlage besteht aus einer Branderkennungseinrichtung (Brandmelder), Auslösevorrichtung, Feststellvorrichtung und einer Energieversorgung.

Branderkennungseinrichtung

Als Branderkennungseinrichtung kommen je nach Verwendungszweck folgende Brandmelder zum Einsatz:

  • Optische Rauchmelder
  • Ionisations-Rauchmelder
  • Flammenmelder
  • Wärmemelder
  • kombinierter Melder die z. B. auf Rauch und Wärme reagieren

Wir empfehlen in der Regel den Einsatz von Rauchmeldern. Bei der Verwendung von Feststellanlagen innerhalb von Rettungswegen müssen Rauchmelder eingesetzt werden. Rauchmelder und Wärmemelder müssen der DIN EN 54, Teil 5 bis 8 entsprechen.

Auslösevorrichtung

Die Auslösevorrichtung löst per Signal das Schließen der Feststellvorrichtung aus. Die Auslösevorrichtung wird in folgenden Situation auslösen:

  • Detektion eines Brandes durch Brandmelder
  • Störung der Brandmelder
  • Stromausfall oder Störung der Energieversorgung
  • Störung der elektrischen Steuerung
  • Betätigung der Handauslösung

Feststellvorrichtung

Die Feststellvorrichtung gibt nach Ansprechen der Auslösevorrichtung die festgehaltenen Teile der Brandschutztüren, Rauchschutzüren unverzögert frei. Feststellvorrichtungen bestehen aus elektromagnetischen Haltevorrichtung (Haftmagneten, Magnetventilen, Magnetkupplungen), elektromechanischen oder elektrohydraulischen Systemen.

Energieversorgung

Bei der Energieversorgung von Feststellanlagen wird zwischen Modellen mit und ohne Batterien unterschieden. Auslösevorrichtungen ohne Batterieversorgung werdem bei Ausfall der Stromversorgung (Primärspannung) stromlos und lösen die Feststellvorrichtung aus. Modelle mit zusätzlicher Batterieversorgung können nach Ausfall der Stromversorgung für eine bestimmte Zeit weiterhin offen gehalten werden. Feststellanlagen mit zusätzlichem Batteriebetrieb werden in der Regel in Förderanlagenabschlüssen verwendet um das Fördergut vor dem Schließen des Feuerschutzabschlusses freizufahren.

Abnahmeprüfung nach dem betriebsfertigen Einbau

Die Verwendbarkeit einer Feststellanlage im Sinne der Landesbauordnung wird durch eine Allgemein bauaufischtliche Zulassung des Deutschen Instituts für Bautechnik (DIBt-Berlin) geregelt. Nach dem betriebsfertigen Einbau einer Feststellanlage am Anwendungsort sind deren einwandfreie Funktion und vorschriftsmäßige Installation - einschließlich ggf. angeordneter Sicherheitseinrichtungen der Schließbereichsüberwachung - durch eine Abnahmeprüfung festzustellen. Die Abnahmeprüfung für Feststellanlagen an Abschlüssen darf nur von Fachkräften des Antragstellers der allgemein bauaufsichtlichen Zulassung oder von ihm autorisierten Fachkräften oder von Fachkräften einer vom DIBt-Berlin im Zulassungsverfahren benannten Prüfstelle durchgeführt werden. Nach erfolgreicher Abnahmeprüfung ist vom Betreiber in unmittelbarer Nähe des Abschlusses an der Wand ein vom Antragssteller der allgemein bauaufsichtlichen Zulassung zu lieferndes Kennzeichnungsschild dauerhaft anzubringen.

Eine fehlende Abnahmeprüfung und Kennzeichnung, sowie das Fehlen von Prüfbüchern sind eine der häufigsten Mängel bei der Überprüfung von Feststellanlagen.

Monatliche Überprüfung durch den Betreiber

Nach Übergabe einer geprüften Feststellanlage ist der Betreiber verpflichtet, die Feststellanlage ständig betriebsfähig zu halten und in festgelegten Zeitintervallen zu prüfen und eine Funktionsprüfung durchzuführen. Die Funktionsprüfungs- und Wartungsintervalle müssen nach den Angaben der allgemein bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt-Berlin, der DIN 41677 und den Angaben des Herstellers erfolgen.

Das Deutsche Institut für Bautechnik fordert in aktuellen Zulassungsbescheiden die Durchführung einer monatlichen Funktionsprüfung durch den Betreiber mit der Möglichkeit auf ein vierteljährliches Prüfintervall zu wechseln sofern keine Funktionsmängel festgestellt werden. Gleichzeitig verweist das DIBt-Berlin in den allgemein bauaufsichtlichen Zulassungen seit 2012 auf Punkt 6.1 der DIN 14677.

Die Durchführung der beschriebenen Funktionsprüfung darf nach entsprechender Einweisung laut Zulasssungsbescheid von jedermann eigenverantwortlich durchgeführt werden. Eine besondere Qualifkation wird vom DIBt-Berlin nicht gefordert. In der DIN 14677 wird eine "eingewiesene Person" wie fogt beschrieben: Person, die ohne Kompetenznachweis in der Lage ist, selbständig und eigenverantwortlich die Funktionsprüfung der Feststellanlage vorzunehmen und gegebenenfalls Störungsbeseitigungen zu veranlassen.

Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt der monatlichen bzw. vierteljährlichen Überprüfung sind durch den Betreiber aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnungen sind durch den Betreiber aufzubewahren.

Jährliche Prüfung und Wartung

Neben einer Funktionsprüfung ist der Betreiber verpflichtet, in Abständen von maximal zwölf Monaten eine Prüfung der Feststellanlage auf ordnungsgemäßes und störungsfreies Zusammenwirken aller Geräte sowie eine Wartung vorzunehmen oder vornehmen zu lassen. Bezüglich der im Rahmen der jährlichen Prüfung und Wartung durchzuführenden Maßnahmen wird in den aktuellen Zulassungsbescheiden auf Abschnitt 6.1 der Norm DIN 14677 verwiesen. Diese jährliche Prüfung und Wartung darf nur von einem Fachmann oder einer dafür ausgebildeten Person ausgeführt werden. Umfang, Ergebnis und Zeitpunkt der jährlichen Prüfung und Wartung sind im Prüfbuch der Feststellanlage aufzuzeichnen. Diese Aufzeichnungen sind durch den Betreiber aufzubewahren.

Wir bieten Ihnen nach den Anforderungen des DIBt-Berlin und der DIN 14677 eine jährliche Überprüfung und Wartung Ihrer Feststellanlagen durch geschulten und zertifizierten Servicetechniker an.

Fixe Tauschzyklen für Brandmelder

Die DIN 41677 fordert für Brandmelder fixe Tauschzyklen um einen funktionsfähigen Betrieb von Feststellanlagen zu gewährleisten. Hierbei wird zwischen Brandmelder ohne Verschmutzungskompensation und Brandmelder mit Verschmutzungskompensation unterschieden. Nach den Anfoderungen der DIN 14677 müssen Brandmelder ohne Verschmutzugnskompensation nach 5 Jahren getauscht werden. Brandmelder mit Verschmutzungskompensation (z. B. Hekatron ORS 142) müssen in einem Intervall von 8 Jahren ausgewechselt werden. Darüber hinaus sind die Angaben der Hersteller zu beachten. Die Austauschpflicht für Brandmelder hat gute Gründe. Da es sich bei Brandmeldern um technische Bauteile handelt, unterliegen diese Bauteile einem natürlichen Alterungsprozess. Durch extreme Umgebungsbedingungen wie Wärme oder Feuchtigkeit kann dieser Vorgang zusätzlich beschleunigt werden. Hinzu kommt, dass systembedingt im Laufe der Zeit Schmutzpartikel oder Staub in die Messkammer gelangen können. Diese Verunreinigungen führen insbesondere bei Brandmeldern ohne Verschmutzungskompensation zu Störungen. Der Melder reagiert durch die Verunreinigung zunehmend empfindlicher und implementiert die Verschmutzung und den Staub als Rauch.

Der Gesetzgeber fordert vom Betreiber einer Feststellanlage eine regelmäßige Funktionskontrollem Wartung und Instandhaltung. Kommt der Betreiber diesen Anforderungen nicht nach, entstehen enorme Haftungsrisiken. Die Mißachtung kann zu strafrechtlichen Konsequenzen und Schadenersatzansprüchen führen. Darüber hinaus droht der Verlust des Versicherungsscuhtzes.


Fragen und Antworten zum Thema Wartung von Feststellanlagen

Sind Abweichungen von der Allgemein bauaufsichtlichen Zulassung zulässig?
Nein. Einbau, Betrieb und Wartung sind in der Allgemein bauaufsichtlichen Zulassung des DIBt-Berlin genau geregelt. Abweichen bedürfen einer Zustimmung im Einzelfall durch die oberste Bauaufsichtsbehörde. Die Einholung einer (ZIE) sollte vermieden werden.

Unsere Servicetechniker sind für die Überprüfung und Wartung von Feststellanlagen für Feuerschutzabschlüsse wie z. B. Brandschutztüren, Förderanlagenabschlüsse oder Brandschutzfenstern entsprechend geschult und zertifiziert. Profitieren Sie im Raum Berlin und Brandenburg von unseren kurzen Anfahrtswegen und unseren günstigen Preisen für die Montage und Wartung von Feuerschutzabschlüssen. Gerne beraten wir Sie telefonisch oder per E-mail und unterbreiten wir Ihnen für Ihr Objekt ein kostenloses Angebot.